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Schnellzugverkehr

Als Schnellzugstrecke war es für die Eisenbahngesellschaft wichtig, viele Personen in möglichst kurzer Zeit zu befördern. Ohne umzusteigen konnten die Fahrgäste der Boxteler Bahn u. a. nach Hamburg, Basel und Berlin fahren. Die Fahrgastzahlen entwickelten sich wie folgt:

 

1877     189.560 Personen
1887     312.882 Personen
1897     486.524 Personen
1907     803.916 Personen
1913     876.213 Personen

 

Ihren Grund hatte die Steigerung unter anderem in der Erhöhung der durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 48 km/h im Jahre 1877 auf 78 km/h  im Jahre 1913.
In dieser Reisegeschwindigkeit sind die Aufenthalte auf den Stationen einbezogen.

Die Züge fuhren auf der Boxteler Bahn-Linie teilweise 100 km/h, während die Züge auf den Strecken Duisburg-Kleve im Jahre 1904 nur eine Höchstgeschwindigkeit von 36 km/h erreichten. Die D-Züge hatten um 1880 ein Gewicht von 160 Tonnen und um 1914 weit über 400 Tonnen, dennoch konnte die Reisezeit immer wieder gesenkt werden. Zudem wurden  ab 1892 Speisewagen und seit 1904 auch Schlafwagen eingesetzt.

 

Die Erhöhung der Reisegeschwindigkeit führte zu einer Reduzierung der Fahrzeit von London nach Berlin von 1878 bis 1897 von 34 auf 20 Stunden. Wenn die Fähre aus England in Vlissingen ankam, fuhren regelmäßig drei Schnellzüge über die Boxteler Bahn. Ein Zug fuhr bis Goch und weiter über die Strecke Krefeld nach Köln mit dem Ziel Basel oder Karlsruhe. Der andere Zug fuhr über Wesel in Richtung Hamburg mit dortigem Anschluß nach Skandinavien, der dritte Zug fuhr über Hannover in Richtung Berlin. Von Berlin aus fuhr der D-Zug nach Königsberg und Petersburg.

Die schnelle Zugverbindung führte dazu, dass die Post diese Eisenbahnlinie für ihren Brief- und Paketverkehr nutzte. Je schneller die Boxteler Bahn-Verbindung gegenüber anderen Strecken war, um so mehr wurde sie für den Postverkehr genutzt.

Wegen der Streckenanbindung der Boxteler Bahn an das weiterführende niederländische Streckennetz nach Vlissingen (Fähre nach England) wurde auch der Postverkehr von England nach Deutschland über die Boxteler Bahn abgewickelt. Durch die auch rechtsrheinisch gute Anbindung der Boxterler Bahn an das Schienennetz nach Hamburg, Basel und München erfolgte ab 1908 sogar der gesamte Briefpostverkehr zwischen Nord-Ost- und Mitteldeutschland, Russland sowie Skandinavien einerseits und England, Nord- und Mittelamerika (teilweise auch Südamerika), Asien und Afrika andererseits , mit den Zügen der Boxteler Bahn.